Premieren im November

 5.11.2021 in den Kammerspielen, 19.30 Uhr

Bestätigung von Chris Thorpe, Regie: Antje Thoms

 

Wo die einen Vielfalt sehen, fürchten die anderen Überfremdung. Die einen reden vom Holocaust, die anderen von der Auschwitz-Lüge. Jeder ist sich sicher, dass die Fakten für sich sprechen, die Wahrheit auf seiner Seite steht, und der Gegner schlicht zu dumm, zu verblendet ist, um die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Worauf gründet unsere Gewissheit, im Recht zu sein? Die Psychologie nennt es „Bestätigungsfehler“: die Neigung, jede Information so zu interpretieren, dass sie in unser Weltbild passt. Was passiert, wenn man ernsthaft versucht, die Realität mit den Augen des anderen zu sehen? Alles, woran man glaubt, in Frage zu stellen? Der überzeugte Linksradikale Chris (gespielt von Sascha Tuxhorn) macht den Versuch und trifft sich mit einem rechtsextremen Holocaustleugner. Ist sein Scheitern Teil des Problems oder Teil der Lösung?

 

19.11.2021, Kammerspiele

Anfang und Ende des Anthropozäns (UA) von Philipp Löhle

Regie: Jens-Daniel Herzog

 

300.000 Jahre gibt es den Homo sapiens auf dieser Erde. Und man muss sagen: Wir haben das hier ganz schön versaut. Das Seltsame ist, wir wissen das – und tun nichts. Philipp Löhle erzählt in seinem neuen Stück vom Scheitern der Menschheit. Oder besser: Er lässt Svantje erzählen, eine Nukleartechnikerin, die auch in der Katastrophe noch an die Kraft der Intelligenz glaubt. Und 42, die als einzige Vertreterin einer verblödeten Menschheit eine Erdnuss aus einer Karaffe herausbekommt. Und John, den es auf der Suche nach Solidarität in den Kochtopf vermeintlicher Kannibalen treibt. Sie alle suchen nach Auswegen. Und deshalb erzählen sie. Voneinander. In herzzerreißend tragikomischen Geschichten, die sich wie eine unendliche Matrjoschka ineinander schachteln.


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